Zeche Zollern – „Das Schloss der Arbeit”
Die Zeche Zollern in Dortmund gehört zu den acht LWL-Museen für Industriekultur. Sie gilt als bedeutendes Beispiel für eine Musterzeche des späten 19. Jahrhunderts. Die Anlage kombiniert Industriearchitektur mit repräsentativen Elementen. Auffällig sind die Backsteinfassaden, die verzierten Giebel und die Maschinenhalle mit dem farbig verglasten Jugendstilportal. Der Ehrenhof und die besondere Bauweise haben der Zeche den Beinamen „Schloss der Arbeit“ eingebracht. In Europa gibt es kein vergleichbares Portal im Industriebau.
Historische Industriekultur entdecken
Zwischen 1898 und 1904 wurde die Zeche Zollern als Musterzeche der Gelsenkirchener Bergwerks-AG errichtet. Die Planung der Anlage erfolgte nach Entwürfen des Architekten Paul Knobbe, mit dem Ziel, ein repräsentatives Prestigeprojekt im Stil der Industriekultur zu schaffen. Nach der Stilllegung in den 1960er-Jahren war ein Abriss vorgesehen, doch dank des Einsatzes engagierter Personen konnte dies verhindert werden. Die Maschinenhalle wurde als erstes Industriegebäude in Deutschland unter Denkmalschutz gestellt und gilt heute als Beginn eines Umdenkens im Umgang mit dem industriellen Erbe des Ruhrgebiets.
Bergbau Museum in Dortmund
Der historische originale Maschinenbestand macht dieses LWL-Museum besonders. Hervorzuheben ist die elektrische Fördermaschine, die in Deutschland einmalig ist. Sie kann heute noch vor Ort besichtigt werden. In den Jahren 2011 und 2016 wurde die Maschinenhalle umfassend saniert. Dabei erfolgte eine denkmalgerechte und technische Aufbereitung für den Museumsbetrieb. Die Ausstellung bietet einen direkten Einblick in die Technikgeschichte des Bergbaus und die Arbeitswelt früherer Zeiten.
Ausstellungen und Führungen
Ein vielfältiges Besuchsprogramm macht die Zeche Zollern zu einem lebendigen Ort der Industriekultur. Öffentliche Führungen, auch in Gebärdensprache, Exkursionen und Workshops vermitteln spannende Einblicke in Geschichte und Technik. Familien profitieren von speziellen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Ein Besuch des 35 Meter hohen Förderturms ermöglicht einen weiten Blick über das ehemalige Zechengelände und das Ruhrgebiet. Für eine Pause lädt das Restaurant „Pferdestall“ mit Biergarten ein, in dem westfälische Spezialitäten sowie internationale Gerichte serviert werden.